Viele von Euch haben es bereits per SMS, Anruf, Treffen oder Buschfunk gehört: Christiane und ich haben am letzten Mittwoch (30. Januar 2008), am frühen Abend, “DEN” Anruf erhalten. Den Anruf, auf den wir 8 Monate gewartet haben. Den Anruf der Adoptionsvermittlungsstelle, dass ein Kind auf uns wartet. Es ist ein kleines Mädchen namens Nadja, das im Herbst 2007 geboren wurde. Da die leibliche Mutter keine festen Wohnsitz hatte und auch keine großen Neigungen zeigte, sich um das Kind zu kümmern, wurde Nadja am vierten Tag vom Jugendamt und einer ganz lieben (Kurzzeit-)Pflegefamilie abgeholt. Bis Weihnachten wurde der leiblichen Mutter noch Zeit gegeben, ihre Angelegenheiten zu ordnen und sich doch noch des Kindes anzunehmen. Daran hatte die Mutter offensichtlich kein Interesse, bis auf drei Besuche (den letzten Ende Oktober) hat sie das Kind nicht einmal mehr gesehen. Zum Wohle des Kindes – und zu unserem großen Glück – wurde daher der Weg zur Adoption eingeschlagen.

Am Freitag (01.02.2008) hatten wir einen Termin mit dem Jugendamt, die den “Fall” betreuen. Dort haben wir die Informationen noch einmal aus “erster Hand” gehört, aber nicht viel Neues erfahren. Aufgrund des Alters von Nadja haben wir sie nicht gleich zu uns genommen, sondern werden ca. 14 Tage “Ein- und Umgewöhnungszeit” haben. In dieser Zeit werden wir Nadja täglich bei den Pflegeeltern besuchen, um sie an uns zu gewöhnen. Das Wochenende mussten wir uns gedulden, dank vieler Gespräche, Telefonate, Treffen und einem Spontan-Einkaufsbummel am Samstag durch Toys’R’us, Spiele-Max und Höffner auf der Suche nach einem sofort verfügbaren Kinderzimmer verging das Wochenende wie im Flug.

Nach einer sehr unruhigen Nacht haben wir dann am Montag (04.02.2008) um 10.30 Uhr die Pflegefamilie und Nadja das erste Mal besucht. Es war ein sehr aufregender Moment! Um es kurz zu machen: Sie hat unsere Herzen sofort erobert. Nadja ist ein süsses und liebes, wunderschönes (okay, vielleicht sind wir da nicht ganz objektiv :-) ) Mädchen! Sie schaute uns von Anfang an mit großen Augen an und war trotz Erkältung sehr lieb und geduldig mit uns :-) Wir waren mit ihr spazieren, danach konnte Christiane sie problemlos windeln und auch füttern (Fläschchen), kein Gemecker oder Geschrei… im Gegenteil, wir wurden sogar schon mit einem Grinsen und sogar Lachen belohnt…. leider ließ sich das trotz neuer Kamera nicht so schnell einfangen :-) Das schafften wir dann gestern, denn schon am Dienstag hatte Nadja Christiane akzeptiert, und spätestens ab Mittwoch auch Martin. So entstanden dann die schönen Fotos. Wir geniessen jede Minute mit Nadja und es fällt uns immer schwerer, uns von ihr zu verabschieden. Die super Unterstützung durch die Pflegefamilie und das Wissen, dass es Nadja dort sehr gut geht, hilft uns, noch etwas Geduld aufzubringen, bevor wir Nadja endgültig mit zu uns nehmen können.

Ach übrigens: die Namensfrage war ja noch offen. Wir haben lange überlegt und sind nun zum Entschluss gekommen, dass wir keinen weiteren Namen verwenden wollen. Nadja ist für uns einfach Nadja. Für alle Namensforscher, denen wir es noch nicht erzählt haben: Nadja (Nadeshda) ist Russisch und bedeutet “Hoffnung”, der zweite Name Zoë ist griechisch und bedeutet “Leben”. Das passt doch irgendwie, oder?!

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