Unglaublich. Okay, wir hätten es wissen können, wissen müssen. Wer sich auf das Abenteuer “Immobilienerwerb” einlässt, hat etwas zu erzählen. Egal, ob Haus oder Wohnung, ob gekauft, gebaut oder eine Mischform wie bei uns (Bestandobjekt als Erstbezug nach Sanierung).

Im Frühsommer letzten Jahres hatten wir den ersten Kontakt zu der vom Verkäufer beauftragten Objektentwicklungsgesellschaft, da sollte das Bauvorhaben im Dezember, spätestens aber im Januar fertig gestellt sein. Den Vorvertrag hatten wir dann sicherheitshalber mit Übergabe 1. März geschlossen und unsere alte Wohnung entsprechend zum Ende März gekündigt. Wie gut dieser Puffer war, zeigt sich nun. Denn die Bauarbeiten zogen sich bis weit in den Februar hinein und dank unsachgemäßer Arbeit im Fußbodenbereich konnten wir nicht zum 1. März (wie ursprünglich vereinbart und im Kaufvertrag fixiert), nicht zum 8.März (wie bis zum 7.März noch zugesichert) sondern erst zum 17. März in die Wohnung. Warum? Weil die Parkettverlegearbeiten trotz erster Warnungen im Oktober letzten Jahres (im Rahmen der ersten Begehung durch unseren Bauingenieur) stümperhaft gemacht wurden. Sowohl der Unterbau (viel zu dünn, was sich in deutlichen Schwingungen beim Laufen äußerte), die Verlegung selbst (Spalten und offene Fugen) als auch die Schleif- und Lackierarbeiten (keine glatt geschliffene Oberfläche, viel zu dünner, fleckiger Lack) waren gelinde gesagt “Pfusch”. Unsere Hinweise wurden ignoriert, wir wurden von der Objektentwicklungsfirma immer wieder beschwichtigt. “Wird schon…” – Wurde es aber nicht. Beim ursprünglichen Abnahmetermin am 20. Februar knallte es dann – der Unterbau war absolut inakzeptabel. Wie schon beim Vorvertrag klärte erst ein direkter Anruf beim eigentlichen Verkäufer – der sich bisher extrem fair und freundlich gezeigt hat – die Punkte in unserem Sinn. Gemeinsam wurde im Rahmen des Kaufvertrags fixiert, wie der Fußboden und die anderen Mängel zu beheben sind.

Doch anstatt wie explizit vereinbart und wiederholt erbeten endlich eine Fachfirma zu beauftragen, wurde die gleiche Fenster- und Türenfirma wieder eingesetzt. Ergebnis: Die verbesserter Unterkonstruktion ist okay, die Verlegung und die Schleif- und Lackierarbeiten waren unverändert gepfuscht. Das haben sogar der Bauleiter und der Verantwortliche der Objektentwicklungsfirma eingesehen – und haben nachbessern lassen. Ein drittes Mal geschliffen – es wurde immer schlimmer, da nun die Scheuerleisten und Trittbretter zwischen den Räumen teilweise mit angeschliffen (also zerkratzt!) wurden. Ein vierter Schleifgang (vom selben Handwerker mit der selben Technik!!!!) sollte dann alles retten – bis Donnerstag, 6. März, 20.45 Uhr, habe der geschliffen und lackiert, damit am 7. März die Übergabe und am 8. März der Umzug stattfinden kann. Als wir das Elend am Freitag mittag sahen (es sah noch schlimmer aus als vorher), griff der Notfallplan: Umzug für Samstag abgesagt (großes Lob an die Firma CARE Umzüge, die total locker und flexibel reagiert haben!), einen RICHTIGEN Parkettleger heran geholt, der sofort die Probleme und Fehler erkannt hat (u.a. unzureichendes Werkzeug) und seit Montag den Fußboden professionell bearbeitet. Inklusive Lacktrocknung dauert das bis nächsten Montag, an dem Tag ziehen wir dann hoffentlich um… aber dann wenigstens in eine Wohnung mit schönem Fußboden! Bis dahin leben wir inmitten und aus gepackter Kisten und suchen ständig irgend etwas :-)

Die Moral von der Geschicht’? Ein Glück, dass wir bei der Reservierungsvereinbarung (Vorvertrag) so penibel waren! Dort hatten wir – auch erst nach direkter Rücksprache mit dem eigentlichen Verkäufern – einige Klauseln eingebaut, die unsere Mehrkosten (der Umzugsfirma, für Herrichtung der alten Wohnung, die wir nun nicht mehr selbst schaffen) im Verzugsfall decken.

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